Hundebetten: Welches passt zu deinem Hund?

Frau und Golden Retriever liegen gemeinsam unter einer Bettdecke
Foto: Adobe / New Africa

Ein Hundebett muss drei Dinge können: tragen, wärmen und sauber werden. Alles andere ist Geschmack. Hier steht, was die Tierschutz-Hundeverordnung verlangt, wie viel Hunde wirklich schlafen, wie du die Größe bestimmst und worauf es bei Welpen und alten Hunden ankommt. Für die Sonderfälle führen unsere sieben Ratgeber weiter.

Was der Liegeplatz können muss

  • Weich oder elastisch verformbar – das verlangt die Tierschutz-Hundeverordnung für den Liegeplatz in Räumen ausdrücklich.
  • Schutz vor Zugluft und Kälte. Steht in derselben Verordnung, und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz nennt zusätzlich einen Platz, der trocken, temperaturisoliert und leicht zu reinigen ist.
  • Groß genug zum Ausstrecken: Der Hund muss in Seitenlage ausgestreckt liegen können.
  • Ein Rückzugsort, den alle respektieren. Auch das steht im Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung: ein eigener Platz, an dem der Hund in Ruhe gelassen wird.

Wie viel Hunde schlafen

Die Zahl „Welpen schlafen 16 bis 20 Stunden“ steht in jedem Ratgeber. Gemessen wurde etwas anderes: In einer Kohorte mit über 2.300 Welpen kamen die Hunde mit 16 Wochen auf 11,2 Stunden Schlaf am Tag, mit einem Jahr auf 10,8. Erwachsene Hunde im Tierheim schliefen knapp 45 Prozent des Tages, zu Hause ruhen Hunde nach denselben Auswertungen deutlich mehr.

Zwei Befunde daraus sind für die Wahl des Bettes wichtiger als jede Stundenzahl:

  • Hunde wollen in der Nähe schlafen. Von den Welpen mit nächtlichem Zugang zu ihren Menschen wählten 87 Prozent deren Nähe.
  • Der vertraute Ort verändert den Schlaf messbar. In einer Schlafuntersuchung mit 16 Familienhunden trat der Traumschlaf an fremden Orten seltener auf als zu Hause. Wer verreist, nimmt deshalb die gewohnte Reisedecke mit.

Die richtige Größe

Verbindlich ist nur die Regel aus der Verordnung: ausgestreckt in Seitenlage. Für den Kauf hilft die Formel eines Herstellers, die sich nachrechnen lässt: Länge des Hundes ohne Rute plus 10 Zentimeter ergibt das Mindest-Innenmaß. Achte auf Innen-, nicht auf Außenmaße – ein Bett mit hohem Rand verliert schnell 10 Zentimeter Liegefläche. Die Zugaben, die im Handel kursieren, reichen von 5 bis 20 Zentimetern; begründet wird keine davon.

Bauform: Was wofür spricht

FormSpricht dafürSpricht dagegen
Flaches Kissenniedriger Einstieg, leicht zu waschen, passt in Box und Autokeine Anlehnkante, wenig Schutz gegen Zugluft am Boden
Korb oder Bett mit RandKopfstütze, gefühlte Geborgenheit, hält Zugluft abhöherer Einstieg, Rand kostet Liegefläche
HöhleRückzug für kleine Hunde, die sich gern verkriechenschlecht zu lüften, für große Hunde ungeeignet
Sofa oder Loungerviel Fläche, Hund kann sich anlehnenbraucht Platz, Bezug meist nur teilweise abnehmbar
Erhöhtes LiegebettAbstand zum kalten Boden, robust für draußenhart, für Hunde mit Gelenkbeschwerden wenig geeignet

Eine fachliche Quelle, die eine Bauform einer Hundegruppe zuordnet, gibt es nicht – die Tabelle nennt deshalb Vor- und Nachteile, keine Empfehlungen. Was der eigene Hund mag, zeigt er selbst: an der Stelle, an der er ohne Bett am liebsten liegt.

Welpen

  • Waschbarkeit ist Grundbedingung, kein Komfort. Stubenreinheit ist mit 16 Wochen bei vielen Hunden nicht abgeschlossen.
  • Das erste Bett ist oft gar kein Bett: Mit 16 Wochen schliefen zwei Drittel der Welpen in einer Box, nur 39 Prozent in einem Hundebett. Mit einem Jahr dreht sich das Verhältnis um.
  • Kauen ist ein Risiko: In einer Auswertung von 261 Hunden mit verschlucktem Fremdkörper waren Stoffe für 20 Prozent der Magenfälle verantwortlich, betroffen vor allem junge, große Hunde. Ein Bett mit lose gefüllten Flocken ist in dieser Phase die schlechtere Wahl.

Welche Betten für junge Hunde taugen, steht im Ratgeber Welpenbetten.

Alte Hunde

  • Einstieg niedrig halten. Die Arthrose-Leitlinien empfehlen, hohe Liegeflächen mit Rampen oder Stufen zugänglich zu machen.
  • Warm und zugfrei, mit rutschfestem Untergrund – beides steht in denselben Leitlinien.
  • Nässe einplanen: Harninkontinenz trat bei 3,1 Prozent von 100.397 untersuchten Hündinnen auf, nach einer Kastration deutlich häufiger. Ein wasserdichter Schutzbezug erspart den Kauf eines neuen Betts.
  • Druckstellen im Blick behalten. Was gegen Liegeschwielen hilft und was orthopädische Betten leisten, steht im Ratgeber Orthopädische Hundebetten.

Hygiene: Das Bett gehört regelmäßig in die Wäsche

Eine deutsche Untersuchung in 16 Hundetagesstätten nahm 200 Proben, davon 59 von Hundebetten. In 82 Prozent der Einrichtungen fanden sich Staphylokokken, darunter methicillinresistente Stämme – kein MRSA, kein MRSP. Ein Zusammenhang mit der Reinigungspraxis ließ sich nicht zeigen, aber der Befund macht klar, warum der Schlafplatz kein Möbel ist, das man jahrelang stehen lässt.

Bei Flohbefall verlangt die Parasitologen-Vereinigung ESCCAP, Schlafplatz und Decken täglich abzusaugen und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Wie du wäschst, welche Temperatur wogegen hilft und was mit nicht waschbaren Kernen passiert, steht im Ratgeber Hundebett waschen.

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Häufige Fragen zum Hundebett

Wie groß muss das Bett sein?
So groß, dass der Hund ausgestreckt in Seitenlage liegen kann. Als Faustformel: Länge ohne Rute plus 10 Zentimeter, gemessen am Innenmaß.

Wo soll das Bett stehen?
Zugfrei, nicht auf kaltem Boden und so, dass der Hund in Ruhe gelassen wird. Nähe zur Familie schlägt die perfekte Ecke: Hunde wählen die Nähe, wenn sie dürfen.

Wie oft muss es gewaschen werden?
Alle ein bis zwei Wochen, bei Allergie im Haushalt wöchentlich bei 60 Grad, bei Parasiten sofort.

Braucht mein Hund mehrere Betten?
Dazu gibt es keine belastbare Empfehlung. Praktisch ist ein zweiter Platz, solange das erste Bett in der Wäsche ist.

Quellen