Hundegeruch entfernen: So werden Wohnung, Sofa und Auto wieder frisch

Kleiner weißer Hund liegt gähnend auf dem Sofa und wird gestreichelt
Foto: nomao saeki / Unsplash

Hundegeruch hat zwei Quellen: den Hund selbst und alles, worauf er liegt. Frisch wird es erst, wenn beides sauber ist. Duftsprays überdecken den Geruch nur. Hier liest du, woher der Geruch kommt, wie du Decken, Polster, Böden und Auto reinigst, was bei Urin wirkt und wann der Geruch ein Fall für den Tierarzt ist.

Woher der Hundegeruch kommt

In der Haut des Hundes sitzen Talgdrüsen. Ihr fettiges Sekret legt einen Schutzfilm über Haut und Fell, und es riecht. Dazu kommen Bakterien und Hefepilze, die zur normalen Hautflora gehören. Nässe verstärkt den Geruch: Trocknet das Fell, werden flüchtige Stoffe frei, die diese Mikroorganismen bilden. Deshalb riecht ein nasser Hund stärker als ein trockener.

Dieser Grundgeruch ist normal. Er setzt sich in allem fest, was der Hund berührt: Decke, Körbchen, Sofa, Teppich, Autositz. Wer nur den Hund badet, bekommt den Geruch deshalb nicht aus der Wohnung.

Wann der Geruch ein Warnzeichen ist

Riecht dein Hund trotz Pflege anhaltend oder deutlich anders als sonst, lass ihn tierärztlich untersuchen. Hinter starkem Geruch steckt oft eine Erkrankung, und gegen die hilft kein Reiniger.

  • Ohren: Eine Ohrenentzündung zeigt sich durch schmutzige Ohren, Kopfschütteln, Kratzen und starken Geruch. Hängeohren und Schwimmen ohne gründliches Abtrocknen begünstigen sie.
  • Maul: Mundgeruch kommt meist von Zahnbelag, Zahnfleischentzündung oder Parodontitis. Er kann auch auf Nierenerkrankungen oder Diabetes hinweisen und gehört deshalb immer abgeklärt.
  • Haut: Vermehrt sich der Hefepilz Malassezia, riecht der Hund ranzig und kratzt sich stark, oft an Achseln, Leiste, Hals, Pfoten und Ohren. Meist steckt eine andere Erkrankung dahinter, etwa eine Allergie.
  • Analbeutel: Rutscht der Hund auf dem Hinterteil über den Boden oder leckt er sich ständig am After, können die Analbeutel entzündet sein. Ihr Sekret riecht sehr stark.

Den Hund pflegen, ohne ihn zu oft zu baden

Tierärzte raten, einen Hund nach Bedarf zu baden: wenn er schmutzig ist oder sich gewälzt hat. Sonst genügt regelmäßiges Bürsten. Zu häufiges Baden kann den Schutzfilm der Haut angreifen.

Nimm dafür ein Shampoo für Hunde. Hundehaut ist weniger sauer als Menschenhaut, Shampoo für Menschen und Babys stört ihren Schutzfilm. Für die regelmäßige Pflege empfehlen die US-Tierkliniken von VCA ein mildes Shampoo ohne Parfüm. Danach trocknest du den Hund gründlich mit Handtüchern ab. Ein Föhn auf niedriger Stufe geht, wenn der Hund ihn duldet.

Nach Regen oder dem Schwimmen gilt dasselbe: gleich abtrocknen, auch die Ohren.

Decke, Körbchen und Bezüge waschen

Die meisten Gerüche sitzen im Stoff. Was in die Waschmaschine passt, kommt dort hinein.

  • Vorher ausschütteln: draußen, damit die Haare nicht in der Maschine landen. Nach dem Waschen das Flusensieb von Haaren befreien.
  • Das Waschmittel entscheidet: Ein Vollwaschmittel mit Bleichmittel tötet Bakterien laut Bundesinstitut für Risikobewertung schon bei 30 °C. Milde Waschmittel ohne Bleiche senken die Keimzahl kaum. Vollwaschmittel nur verwenden, wenn Farbe und Etikett es erlauben.
  • Stark verschmutzt: 60 °C, wenn das Pflegeetikett es erlaubt. Kochwäsche mit 90 °C ist im Haushalt meist unnötig.
  • Kein Weichspüler, keine Duftperlen: Das Umweltbundesamt hält Weichspüler zum Waschen für unnötig, und Duftstoffe können Haut und Atemwege reizen.
  • Ganz trocknen lassen: Wäsche, die nicht vollständig trocken ist, riecht schnell muffig.

Auch die Waschmaschine kann riechen. Die Verbraucherzentrale rät, sie einmal im Monat mit 60 °C und Vollwaschmittel-Pulver laufen zu lassen und danach Tür und Waschmittelfach offen zu lassen. Wie du Decke und Bett im Einzelnen wäschst, steht in den Ratgebern Hundedecke waschbar und Hundebett waschen.

Sofa, Polster und Teppich

Was nicht in die Maschine passt, reinigst du in drei Schritten:

  1. Absaugen, am besten mit einem Aufsatz für Tierhaare, bis keine Haare mehr im Gewebe hängen.
  2. Flecken tupfen, nicht reiben. Reiben verteilt die Flüssigkeit im Stoff. Frischen Urin zuerst mit dicken Lagen Küchenpapier aufsaugen.
  3. Enzymreiniger auftragen, nach Anleitung einwirken lassen, abtupfen und gut trocknen lassen. Vorher an einer verdeckten Stelle testen, ob der Stoff die Farbe hält.

Urin: Warum Enzymreiniger wirken

Urin ist der hartnäckigste Geruch im Hundehaushalt. Er enthält Duftbotenstoffe, und riecht der Hund sie noch, pinkelt er eher wieder an dieselbe Stelle. So erklärt es die US-Tierärztin Tiffany Tupler. Enzymreiniger zerlegen die Eiweiße dieser Botenstoffe und beseitigen damit die Quelle des Geruchs, statt sie zu überdecken.

Zwei Mittel solltest du bei Urin meiden:

  • Dampfreiniger: Die Tierschutzorganisation Humane World for Animals warnt, dass Hitze Fleck und Geruch dauerhaft in der Faser festsetzt.
  • Ammoniak und Essig: Starke Chemiegerüche können den Hund laut Humane World ermuntern, die Stelle erneut zu markieren.

Alte, unsichtbare Urinflecken findest du mit einer UV-Lampe im dunklen Raum.

Hartböden und Auto

Fliesen, Laminat und Parkett wischst du feucht mit einem milden Reiniger. Urinstellen behandelst du wie auf Polstern mit Enzymreiniger, vorher an einer unauffälligen Stelle getestet. Essig- und Zitronensäurereiniger gehören laut Verbraucherzentrale nicht auf säureempfindlichen Stein wie Marmor.

Im Auto sitzt der Geruch in Sitzen, Teppich und Kofferraum. Lüfte gründlich, klopfe die Fußmatten aus, sauge mit dem Tierhaar-Aufsatz und reinige Polster wie das Sofa. Künftig fängt eine waschbare Reisedecke oder ein Rückbankschoner das meiste ab.

Hausmittel: Was hilft und was nicht

  • Lüften: Das Umweltbundesamt rät, Gerüche wegzulüften, statt sie mit Duftstoffen zu überdecken. Es ist die einfachste und billigste Maßnahme.
  • Natron und Backpulver: werden oft empfohlen, um Gerüche aus Teppichen zu ziehen. Eine unabhängige Untersuchung zur Wirkung gegen Hundegeruch haben wir nicht gefunden.
  • Essig: nicht auf Marmor und nicht bei Urin, siehe oben. In der Waschmaschine kann Essig laut Verbraucherzentrale die Dichtungen angreifen.
  • Kaffeepulver und Zimmerpflanzen: Für Kaffeepulver gibt es keinen Beleg. Pflanzen verbessern die Raumluft praktisch nicht. Eine Auswertung von 2019 rechnet vor, dass es 10 bis 1.000 Pflanzen je Quadratmeter bräuchte, um mit dem normalen Luftaustausch mitzuhalten.
  • Luftreiniger: HEPA-Filter fangen Haare und Staub. Gegen Gerüche setzen die Hersteller Aktivkohle ein. Einen unabhängigen Test gegen Tiergeruch gibt es bisher nicht.

Duftsprays und ätherische Öle

Raumsprays, Duftkerzen und Duftstecker überdecken den Geruch, sie entfernen ihn nicht. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hält fest, dass Beduftung keine Hygiene ersetzt. Duftstoffe können beim Menschen allergische Reaktionen und Reizungen der Atemwege auslösen, warnt das Umweltbundesamt.

Vorsicht mit ätherischen Ölen. Der Körper nimmt sie über Haut, Schleimhäute und Atemwege gut auf, schreibt das Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich. Möglich sind Schwäche, Erbrechen, Zittern und Krämpfe, bei Teebaumöl auch Leberschäden. Raumdüfte enthalten in der Regel ätherische Öle. Die US-Tierschutzorganisation ASPCA rät, einen Duftverdampfer nur kurz und außer Reichweite des Tieres zu betreiben.

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Häufige Fragen zu Hundegeruch

Wie bekomme ich Hundegeruch aus dem Sofa?
Gründlich absaugen, Flecken tupfen, Enzymreiniger auftragen und gut trocknen lassen. Abnehmbare Bezüge nach Etikett waschen.

Warum riecht es, obwohl ich meinen Hund gebadet habe?
Meist sitzt der Geruch in Decke, Körbchen, Sofa oder Auto. Riecht der Hund selbst anhaltend, kann eine Erkrankung von Ohren, Haut oder Zähnen dahinterstecken. Dann gehört er zum Tierarzt.

Wie oft sollte ich meinen Hund baden?
Nach Bedarf, wenn er schmutzig ist oder sich gewälzt hat. Sonst reicht Bürsten.

Hilft Essig gegen Uringeruch?
Auf Teppich und Polstern besser nicht. Starke Gerüche können den Hund dazu bringen, die Stelle erneut zu markieren. Nimm einen Enzymreiniger.

Bei wie viel Grad wasche ich stinkende Hundedecken?
Mit einem Vollwaschmittel mit Bleichmittel reichen gegen Bakterien schon 30 °C. Stark verschmutzte Decken wäschst du bei 60 °C, wenn das Etikett es erlaubt.

Quellen

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